RADICT: Redu­zier­te, echt­zeit­fä­hi­ge Model­le zur Vor­her­sa­ge der Lebens­dau­er nach­hal­tig beheiz­ter Strahl­heiz­roh­re (Real-Time Radiant Tube Life­time Prediction)

Indus­tri­el­le Gemein­schafts­for­schung (IGF) im Zeit­raum 01. April 2026 – 31. März 2029

Projektbeschreibung

Strahl­heiz­roh­re (SHR) sind Ofen­kom­po­nen­ten, die bei der Behei­zung von Pro­zes­sen im Hoch­tem­pe­ra­tur­be­reich zum Ein­satz kom­men. Im SHR wer­den Bren­ner oder elek­tri­sche Heiz­ein­sät­ze ein­ge­baut, die die Pro­zess­wär­me erzeu­gen und über das Rohr an den Ofen abge­ben. Das SHR trennt dabei klas­si­scher­wei­se pri­mär die Ofen­raum­at­mo­sphä­re von der im SHR befind­li­chen Ver­bren­nungs­at­mo­sphä­re. Die Behei­zung von SHR mit Was­ser­stoff wird in aktu­el­len F&E‑Vorhaben im indus­tri­el­len Maß­stab demons­triert. Neben der elek­tri­schen Behei­zung der SHR stellt die­se Metho­de eine Opti­on das, den Ofen CO2-neu­tral zu beheizen.

Im Fal­le der elek­tri­schen Behei­zung stellt das SHR einen Schutz bzw. die mecha­ni­sche Sta­bi­li­tät des Heiz­ein­sat­zes sicher, zum Bei­spiel bei einem Band­ab­riss in einer Glüh­li­nie für Stahl­band. Die Tren­nung der Heiz­ele­men­te von der Pro­zess­at­mo­sphä­re ist ein wei­te­rer erwünsch­ter Effekt. Für die Strahl­heiz­roh­re mit dau­er­haft sehr hohen Ein­satz­tem­pe­ra­tu­ren kom­men nahe­zu unab­hän­gig von der Behei­zungs­art hoch­warm­fes­te und kor­ro­si­ons­be­stän­di­ge Werk­stof­fe zur Anwen­dung, bei­spiels­wei­se die Knet­le­gie­rung 2.4633 (Nicro­fer 6025 HT, Alloy 602) oder die Stahl­guss­le­gie­rung 1.4848, die im Rah­men die­ses Vor-habens unter­sucht wer­den sollen.

Durch das sich ein­stel­len­de Tem­pe­ra­tur­feld wird eine Ver­tei­lung der Bean­spru­chung sowie der Schä­di­gung indu­ziert, die wie­der­um mit Hil­fe von Mate­ri­al­mo­del­len sowie nume­ri­schen Ver­fah­ren, wie bspw. der FEM (Struk­turme­cha­nik) oder Fini­ten Volu­men Metho­de (FVM, CFD) berech­net wer­den kann. Die fol­gen­den Aus­füh­run­gen beleuch­ten zunächst die Echt­zeit­fä­hig­keit die­ser Ver­fah­ren. Im Anschluss fol­gen Aus­füh­run­gen zum aktu­el­len For­schungs­stand in Bezug auf das Mate­ri­al­ver­hal­ten unter den skiz­zier­ten Tem­pe­ra­tur­wech­seln als auch über die Vor­ar­bei­ten und den Stand der Tech­nik in Bezug auf die nume­ri­sche bzw. simu­la­ti­ve Abbildung.

Projektziele

Über­ge­ord­ne­tes Ziel des Pro­jekts ist es, einen digi­ta­len Zwil­ling eines Strahl­heiz­roh­res zur Lebens­dau­er­vor­her­sa­ge in Echt­zeit unter ver­schie­de­nen Betriebs­zu­stän­den – elek­trisch, sowie mit Was­ser­stoff beheizt – zu ent­wi­ckeln. Im Fol­gen­den wer­den die ver­schie­de­nen, teil­wei­se von­ein­an­der unab­hän­gi­gen Teil­zie­le aufgelistet:

  • Erwei­te­rung der Daten­ba­sis zum Kriech­ver­hal­ten aus­ge­wähl­ter Hoch­tem­pe­ra­tur­werk­stof­fe unter H2-Abgas­at­mo­sphä­ren und Auf­bau eines Materialmodells
  • Ent­wick­lung von Modell­re­duk­ti­ons­an­sät­zen für die schnel­le, aber detail­lier­te Vor­her­sa­ge von Tem­pe­ra­tur, Struk­tur und Mate­ri­al (Abs­trak­ti­on, Meta-Model­le, Bean­spru­chungs-His­to­gram­me, Machi­ne-Lear­ning, data-driven-methods)
  • Über­tra­gung der Ver­suchs­er­geb­nis­se an Labor­pro­ben auf den rea­len Bau­teil­fall anhand einer Hohl­pro­ben­geo­me­trie mit Aus­bil­dung eines ther­mi­schen Gradienten
  • Ent­wick­lung und Umset­zung von Kon­zep­ten zum Auf­bau einer Echt­zeit­si­mu­la­ti­ons­lö­sung im Labor­maß­stab unter Nut­zung ther­mi­scher Model­lie­rung und des Materialmodells
  • Ent­wick­lung eines Work­flows zur Umset­zung des Kon­zepts für rea­le Bau­tei­le sowie zeit­lich und ört­lich vari­ie­ren­de Temperaturfelder
  • Vali­die­rung des Kon­zepts anhand von Ver­su­chen am vor­han­de­nen Stahlheizrohrprüfstand

Kontakt

Matthias Sanders, M.Sc.

 

+49 241 80–26067

Förderung

Das Pro­jekt (Vor­ha­ben Nr. 01IF24907N) wur­de mit Unter­stüt­zung der For­schungs­ge­mein­schaft Indus­trie­ofen­bau e.V. (FOGI) über das For­schungs­ku­ra­to­ri­um Maschi­nen­bau e.V. (FKM) ein­ge­reicht. Es wur­de über den Pro­jekt­trä­ger Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt e. V. (DLR) im Rah­men des Pro­gramms zur För­de­rung der Indus­tri­el­len Gemein­schafts­for­schung und ent­wick­lung (IGF) durch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie (BMWE) auf­grund eines Beschlus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges finan­zi­ell gefördert.