Entwicklung und experimentelle Validierung numerischer Wärmeübergangsmodelle für Prallstrahlen
Projektbeschreibung
In kontinuierlichen Bandanlagen und in Kammeröfen zur Wärmebehandlung von Stahl‑, Aluminium- und Kupferband werden Düsensysteme zur Aufheizung und Kühlung der Bänder eingesetzt. Die Düsen werden so auf das Band gerichtet, dass die entstehende Prallströmung für einen möglichst hohen und homogenen Wärmeübergang sorgt. Die Wärmeübertragung zwischen dem Band und dem Gas der Düsenströmung findet hauptsächlich konvektiv statt. Zur Beurteilung des Wärmeübergangs der Prallströmung wird ein Wärmeübergangskoeffizient (WÜK) α definiert und durch die Nußelt-Zahl Nu dimensionslos dargestellt. Der Wärmeübergang in Prallströmungen ist von mehreren Faktoren wie der Düsenaustrittsgeschwindigkeit, den Stoffwerten des Fluids und der Geometrie der Düsen bzw. Düsensysteme abhängig.

Beispiele für ein (a) Runddüsensystem und (b) Schlitzdüsensystem mit den relevanten geometrischen Größen h: Bandabstand, L: Düsenlänge, W: Düsenbreite, s: Teilung
Das Projekt soll dazu beitragen, eine günstige und effiziente Auslegungsmöglichkeit für Düsensysteme zu entwickeln. Hierzu wird ein innovativer, numerischer Modellierungsansatz herangezogen werden, mit dem die Wärmeübertragung zwischen Prallstrahlen und der Pralloberfläche mit hinreichender Genauigkeit berechnet werden kann. Dies ist momentan nur mit unwirtschaftlichem Rechenaufwand möglich. Die Validierung und Bewertung der Modelle findet mit einer experimentellen Parameterstudie statt. Dabei lassen sich die Turbulenzstrukturen der Prallströmung mit Hilfe optischer Strömungsmessverfahren erfassen. Der lokale Wärmeübergang zwischen der Prallströmung und der Pralloberfläche kann ebenfalls mit geeigneter Messtechnik untersucht werden. Beide angesprochenen Messverfahren können gleichzeitig in einem Versuchsaufbau am IOB durchgeführt werden. Dies ermöglicht die direkte Analyse der Strömung und der lokalen Nußelt-Zahl.

Schematische Darstellung des Wärmeübergangsversuchsstand zur Messung von Nußelt-Zahlen
Links: Prinzipskizze des Versuchsstands, unten rechts: Foto des Versuchsstands
oben rechts: Beispielhafte Nu-Verteilung für kombiniertes Düsensystem aus Rund- und Schlitzdüsen
Projektziele
- Umbau des bestehenden Versuchsstands zur Durchführung von optischen Strömungsmessung von Prallstrahlen
- Entwicklung eines numerischen Modells zur Simulation von lokalen Nußelt-Zahlen von Düsenfeldern auf Pralloberflächen mit einem maximalen relativen Fehler von 5%
- Entwicklung eines vereinfachten numerischen Modells zur Simulation von mittleren Nußelt-Zahlen von Düsenfeldern auf Pralloberflächen mit einem maximalen relativen Fehler von 5%
- Validierung und Bewertung der numerischen Modelle
Ergebnisbericht
Prallstrahlen werden zur Wärmebehandlung Metallband sowie in Trocknungsanlagen für Papier eingesetzt, sie sorgen für eine gleichmäßige Wärme- und Stoffübertragung. Bestehende numerische Modelle zur Auslegung von Düsensystemen sind nur beschränkt geeignet, die komplizierten Turbulenzstrukturen in Prallstrahlen zu berechnen.
Im vorliegenden Projekt sollen neue Ansätze zur numerischen Strömungsberechnung von Prallstrahlen entwickelt werden. Zur Validierung der Modelle werden Untersuchungen des Wärmeübertragungsverhalten am institutseigenem Prüfstand durchgeführt. Dieser wird um ein optisches Messverfahren zum Untersuchen der Turbulenzstrukturen in Prallstrahlen erweitert.
Der Schlussbericht ist über die Forschungsvereinigung Industrieofenbau e.V. (FOGI) erhältlich.
Ansprechpartnerin

Förderung

Das Projekt (Vorhaben Nr. 01IF22751N) wurde mit Unterstützung der Forschungsgemeinschaft Industrieofenbau e.V. (FOGI) über das Forschungskuratorium Maschinenbau e.V. (FKM) eingereicht. Es wurde über den Projektträger Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung und ‑entwicklung (IGF) durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages finanziell gefördert.


