DEFT: Dezentrale Energiespeicher zur Flexibilitätssteigerung von Thermoprozessen

Indus­tri­el­le Gemein­schafts­for­schung (IGF), 01. Sep­tem­ber 2026 – 31. August 2028

Projektbeschreibung

Der Pro­zess­wär­me­be­darf der deut­schen Metall‑, Glas- und Kera­mik­in­dus­trie macht rund ein Drit­tel des indus­tri­el­len Ener­gie­ver­brauchs aus und wird zu über 90 % durch fos­si­le Brenn­stof­fe gedeckt. Mit der Ener­gie­wen­de wer­den Pro­zes­se zuneh­mend (teil-) elek­tri­fi­ziert, wodurch die Strom­nach­fra­ge steigt. Gleich­zei­tig erhöht der Aus­bau erneu­er­ba­rer Ener­gien durch vola­ti­le Netz­aus­las­tung und Strom­prei­se das Risi­ko der Ener­gie­ver­sor­gung. Daher müs­sen Pro­zes­se fle­xi­bler wer­den, um sich an schwan­ken­de Bedin­gun­gen anzu­pas­sen. Eine Stra­te­gie ist die Instal­la­ti­on dezen­tra­ler Ener­gie­spei­cher und deren Inte­gra­ti­on in die Pro­zes­se. Das schafft neue Her­aus­for­de­run­gen für Anla­gen­be­trei­ber, Netz­be­trei­ber und Lie­fe­ran­ten, eröff­net aber auch Marktpotenziale.

Projektziele

Im Pro­jekt wer­den Nut­zungs­mög­lich­kei­ten von Ener­gie­spei­chern in der Ther­mo­pro­zess­tech­nik unter­sucht. Dazu wird geprüft, wel­che Spei­cher­tech­no­lo­gien (z. B. Natri­um-Schwe­fel- und Lithi­um-Ionen-Bat­te­rien sowie sen­si­ble kera­mi­sche Wär­me­spei­cher) Ther­mo­pro­zes­se ver­schie­de­ner Bran­chen am bes­ten ergän­zen. Vir­tu­el­le Unter­neh­mens­stand­or­te wer­den als mathe­ma­ti­sche Model­le loka­ler Strom- und Wär­me­sys­te­me aus Quel­len, Spei­chern und Pro­zes­sen abge­bil­det und hin­sicht­lich Pro­zess­füh­rung und Wirt­schaft­lich­keit ana­ly­siert. Ziel ist zu bestim­men, wann Spei­cher sinn­voll und ren­ta­bel sind, dar­aus Aus­le­gungs­richt­li­ni­en und Betriebs­stra­te­gien abzu­lei­ten und Regel­kon­zep­te abhän­gig von Ver­sor­gungs­be­din­gun­gen zu ent­wi­ckeln. Zudem wird die Netz­re­ak­ti­on auf den brei­ten Ein­satz dezen­tra­ler Spei­cher untersucht.

Das Pro­jekt teilt sich in drei Teil­pro­jek­te auf:

EcoDEFT

Das Teil­vor­ha­ben EcoDEFT ver­folgt das Ziel, den Ein­satz dezen­tra­ler Ener­gie­spei­cher in Ver­bin­dung mit Ther­mo­pro­zes­sen wirt­schaft­lich zu bewer­ten und dar­aus Ent­schei­dungs­hil­fen für Inves­ti­ti­on und Betrieb abzu­lei­ten. Dabei wer­den sowohl tech­ni­sche Pro­zess­an­for­de­run­gen als auch aktu­el­le und zukünf­ti­ge Ent­wick­lun­gen des Ener­gie­markts berücksichtigt.

Im Pro­jekt wer­den zunächst ver­füg­ba­re Spei­cher­tech­no­lo­gien anhand tech­ni­scher und wirt­schaft­li­cher Kenn­zah­len cha­rak­te­ri­siert und hin­sicht­lich ihrer Eig­nung für indus­tri­el­le Ther­mo­pro­zes­se bewer­tet. Par­al­lel wird ein Strom­markt­mo­dell zur inte­grier­ten Ein­satz­pla­nung indus­tri­el­ler Ver­brau­cher wei­ter­ent­wi­ckelt und um ver­schie­de­ne zukünf­ti­ge Ener­gie­markt­sze­na­ri­en ergänzt. Auf Basis der Pro­zess­an­for­de­run­gen und Spei­cher­kenn­zah­len wer­den geeig­ne­te Pro­zess-Spei­cher-Kom­bi­na­tio­nen aus­ge­wählt und dimen­sio­niert. Anschlie­ßend wer­den unter­schied­li­che Betriebs­sze­na­ri­en wirt­schaft­lich bewer­tet und mit dem Stand der Tech­nik ver­gli­chen. Sen­si­ti­vi­täts­ana­ly­sen die­nen dazu, wesent­li­che Ein­fluss­grö­ßen auf die Wirt­schaft­lich­keit des Spei­cher­be­triebs zu identifizieren.

Aus den Ergeb­nis­sen wird eine über­trag­ba­re Ent­schei­dungs­hil­fe für die Aus­wahl, Dimen­sio­nie­rung und wirt­schaft­li­che Betriebs­wei­se von Ener­gie­spei­chern abge­lei­tet. Das Ergeb­nis ist ein pra­xis­ori­en­tier­ter Leit­fa­den, der Emp­feh­lun­gen für zukünf­ti­ge Inves­ti­ti­ons- und Betriebs­ent­schei­dun­gen zusam­men­fasst und mit den Ergeb­nis­sen der ver­knüpf­ten Teil­vor­ha­ben zusam­men­ge­führt wird.

ModelDEFT

Das Teil­vor­ha­ben Model­DEFT ver­folgt das Ziel, eine Ener­gie­sys­tem-Simu­la­ti­ons­um­ge­bung für Ther­mo­pro­zess­ket­ten wei­ter­zu­ent­wi­ckeln und dar­auf auf­bau­end Pro­zess- sowie Spei­cher­mo­del­le zu imple­men­tie­ren, zu vali­die­ren und für tech­ni­sche Hand­lungs­emp­feh­lun­gen nutz­bar zu machen.

Im Pro­jekt wird zunächst das vor­han­de­ne FOCUS Frame­work, eine Open Access Soft­ware zur Simu­la­ti­on von Ener­gie­sys­te­me, zu einer modu­la­ren Simu­la­ti­ons­um­ge­bung aus­ge­baut. Anschlie­ßend wer­den Model­le zur Abbil­dung der für die Ther­mo­pro­zess­tech­nik rele­van­ten Sys­te­me ent­wi­ckelt. Dies umfasst die Imple­men­tie­rung von Pro­zess­mo­del­len für exem­pla­ri­sche Ther­mo­pro­zess­schrit­te, elek­tro­che­mi­schen Spei­cher­mo­del­len sowie von ther­mi­schen Spei­cher­mo­del­len. Model­le bei­der Spei­cher­ar­ten wer­den zusätz­lich durch Aus­le­gungs­tools ergänzt. Die Ein­zel­mo­del­le wer­den in die Simu­la­ti­ons­um­ge­bung inte­griert und zu voll­stän­di­gen loka­len Ener­gie­sys­tem­mo­del­len zusam­men­ge­führt. Die ent­ste­hen­den Modell­ket­ten wer­den in Kurz­zeit­si­mu­la­tio­nen über­prüft. Anschlie­ßend erfol­gen Rechen­zeit­op­ti­mie­run­gen und Lang­zeit­si­mu­la­tio­nen ver­schie­de­ner Pro­zess- und Speicherkonfigurationen.

Die Simu­la­ti­ons­er­geb­nis­se wer­den tech­nisch aus­ge­wer­tet und in Hand­lungs­emp­feh­lun­gen über­führt. Basie­rend dar­auf wer­den Emp­feh­lun­gen zur Spei­cher­di­men­sio­nie­rung und zum Spei­cher­be­trieb defi­niert. Das Ergeb­nis ist ein Leit­fa­den, der die Erkennt­nis­se aus dem Teil­vor­ha­ben sowie den ver­knüpf­ten Teil­vor­ha­ben bündelt.

ProcessDEFT

Das Teil­vor­ha­ben Pro­cess­DEFT ver­folgt das Ziel, Ther­mo­pro­zes­se und dezen­tra­le Ener­gie­spei­cher durch modell­ba­sier­te Pro­zess­in­te­gra­ti­on, Auto­ma­ti­sie­rung und Opti­mie­rung fle­xi­bel zu kop­peln und einen tech­nisch sowie wirt­schaft­lich opti­mier­ten Betrieb zu ermög­li­chen. Hier­zu wer­den stan­dar­di­sier­te Daten­struk­tu­ren, Ent­schei­dungs- und Opti­mie­rungs­mo­del­le sowie ein digi­ta­les Assis­tenz­sys­tem entwickelt.

Im Pro­jekt wer­den zunächst die funk­tio­na­len, daten­be­zo­ge­nen und auto­ma­ti­sie­rungs­re­le­van­ten Anfor­de­run­gen für den gekop­pel­ten Pro­zess-Spei­cher-Betrieb defi­niert. Dar­auf auf­bau­end wer­den struk­tu­rier­te Daten- und Meta­da­ten­mo­del­le sowie AAS-Sub­mo­del­le ent­wi­ckelt, die eine stan­dar­di­sier­te und inter­ope­ra­ble Nut­zung von Prozess‑, Spei­cher- und Ener­gie­sys­tem­da­ten ermög­li­chen. Eine durch­gän­gi­ge Daten­pipe­line dient der auto­ma­ti­sier­ten Erfas­sung, Auf­be­rei­tung und Bereit­stel­lung der benö­tig­ten Betriebs­da­ten. Ergän­zend wer­den Ent­schei­dungs­lo­gi­ken und Opti­mie­rungs­al­go­rith­men ent­wi­ckelt, die Pro­zess­zu­stän­de, Spei­cher­gren­zen sowie tech­ni­sche und wirt­schaft­li­che Kenn­zah­len berück­sich­ti­gen. Die Model­le wer­den mit den Simu­la­tio­nen aus Model­DEFT und den ener­gie­wirt­schaft­li­chen Ein­gangs­da­ten aus EcoDEFT verknüpft.

Die ent­wi­ckel­ten Metho­den wer­den in einem digi­ta­len Assis­tenz­sys­tem zusam­men­ge­führt, das Pro­zess- und Spei­cher­zu­stän­de visua­li­siert, Kenn­zah­len aus­wer­tet und Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für den Betrieb bereit­stellt. Das Ergeb­nis ist ein pra­xis­ori­en­tier­ter Leit­fa­den zur Daten­in­te­gra­ti­on, Auto­ma­ti­sie­rung und opti­mier­ten Kopp­lung von Ther­mo­pro­zes­sen und Energiespeichern.

Kontakt

Manuel Sanders, M.Sc.

 

+49 241 80–26066

Jan Erik Menzler, M.Sc.

 

+49 241 80–25944

 

Luis Schrade, M.Sc.

 

+49 241 80–25925

 

Kalyan Yarramsetty, M.Sc.

 

+49 241 80–28921

 

Felix Kaiser, M.Sc.

 

+49 241 80–25943

 

 

Förderung

EcoDEFT

Das For­schungs­vor­ha­ben EcoDEFT (Vor­ha­ben-Nr. 01IF008AE) als Teil des Leit­tech­no­lo­gie­vor­ha­bens DEFT wur­de über die For­schungs­ge­mein­schaft für elek­tri­sche Anla­gen und Strom­wirt­schaft e.V. (FGH) ein­ge­reicht. Es wird über den Pro­jekt­trä­ger Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt e. V. (DLR) im Rah­men des Pro­gramms zur För­de­rung der Indus­tri­el­len Gemein­schafts­for­schung und ‑ent­wick­lung (IGF) durch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie (BMWE) auf­grund eines Beschlus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges finan­zi­ell gefördert.

Model­DEFT

Das For­schungs­vor­ha­ben Model­DEFT (Vor­ha­ben-Nr. 01IF008BE) als Teil des Leit­tech­no­lo­gie­vor­ha­bens DEFT wur­de über die For­schungs­ge­mein­schaft Indus­trie­ofen­bau e.V. (FOGI) ein­ge­reicht. Es wird über den Pro­jekt­trä­ger Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt e. V. (DLR) im Rah­men des Pro­gramms zur För­de­rung der Indus­tri­el­len Gemein­schafts­for­schung und ‑ent­wick­lung (IGF) durch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie (BMWE) auf­grund eines Beschlus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges finan­zi­ell gefördert.

Pro­cess­DEFT

Das For­schungs­vor­ha­ben Pro­cess­DEFT (Vor­ha­ben-Nr. 01IF008CE) als Teil des Leit­tech­no­lo­gie­vor­ha­bens DEFT wur­de über die For­schungs­ver­ei­ni­gung Elek­tro­tech­nik beim ZVEI e.V. ein­ge­reicht. Es wird über den Pro­jekt­trä­ger Deut­sches Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt e. V. (DLR) im Rah­men des Pro­gramms zur För­de­rung der Indus­tri­el­len Gemein­schafts­for­schung und ‑ent­wick­lung (IGF) durch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie (BMWE) auf­grund eines Beschlus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges finan­zi­ell gefördert.