BMWi-Projekt ReOrgAl

Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz des Recyclings organik-kontaminierter Al-Schrotte

For­schungs­stel­len
RWTH Aachen, Insti­tut für Indus­trie­ofen­bau und Wärmetechnik
RWTH Aachen, Insti­tut für Metall­ur­gi­sche Pro­zess­tech­nik und Metallrecycling
Fri­cke & Mal­lah Micro­wa­ve Tech­no­lo­gy GmbH
Hydro Alu­mi­ni­um Rol­led Pro­ducts GmbH
Otto Jun­ker GmbH
TRIMET Alu­mi­ni­um SE
WS-Wär­me­pro­zess­tech­nik GmbH
LOI Thermproe­cess GmbH (asso­zi­ier­ter Partner)

Lauf­zeit
01.05.2019 — 30.04.2022

Zusam­men­fas­sung
Der Recy­cling-Pro­zess von Alu­mi­ni­um hat erheb­li­che ener­ge­ti­sche Vor­tei­le gegen­über der Pri­mär­rou­te der Alu­mi­ni­um­er­zeu­gung. Bis zu 95 % des Ener­gie­ver­brauchs wer­den, bezo­gen auf die pro­du­zier­te Men­ge Alu­mi­ni­um, durch den Recy­cling-Pro­zess ein­ge­spart. In Deutsch­land kön­nen bereits über 50 % der Jah­res­pro­duk­ti­on mit dem Recy­cling von Alu­mi­ni­um­schrot­ten gedeckt wer­den. Alu­mi­ni­um­schrot­te fal­len dabei häu­fig mit orga­ni­scher Kon­ta­mi­nie­rung an. Stär­ker orga­nik-kon­ta­mi­nier­te Schrot­te, wie z.B. Geträn­ke­do­sen (UBC), bedruck­te Foli­en für Ver­pa­ckun­gen oder Alu­mi­ni­um­pro­fi­le mit Wär­me­dämm­stof­fen, kön­nen jedoch bis­her nicht opti­mal recy­celt werden.
Beim direk­ten Ein­satz der­ar­tig kon­ta­mi­nier­ter Schrot­te in die Schmelz­öfen kommt es nach dem der­zei­ti­gen Stand der Tech­nik zu einer unkon­trol­lier­ten Frei­set­zung gas­för­mi­ger Koh­len­was­ser­stof­fe (Pyro­ly­se­ga­se) ver­bun­den mit einer unzu­rei­chen­den ener­ge­ti­schen Nut­zung die­ses Gases im Schmelz­pro­zess, sowie einem erhöh­ten Alu­mi­ni­um­ab­brand. Im Kon­takt mit der Schmel­ze wer­den durch das Pyro­ly­se­gas ver­mehrt Oxi­de als auch Car­bi­de gebil­det. Die Krät­ze­bil­dung steigt merklich.
Haupt­ziel ist die Ent­kopp­lung des Recy­cling Pro­zes­ses in die „ther­mi­sche Vor­be­hand­lung“ und das „Schmel­zen“. Der kon­ta­mi­nier­te Alu­mi­ni­um­schrott soll zunächst von der Orga­nik befreit wer­den, bevor er in den Schmelz­pro­zess über­führt wird. Die ent­ste­hen­den Pyro­ly­se­ga­se sol­len ener­ge­tisch effi­zi­ent genutzt wer­den und den Pri­mär­ener­gie­be­darf sen­ken. Im Zuge des Pro­jekts sol­len kei­ne neu­en Anla­gen ent­wi­ckelt wer­den. Bestehen­de Anla­gen sol­len ledig­lich in ihrer Pro­zess­füh­rung opti­miert werden.
Pyro­ly­se- und Schmelz­ver­su­che wer­den an meh­re­ren Ofen­ty­pen mit ver­schie­de­nen Behei­zungs­me­tho­den auf indus­tri­el­lem und Labor­maß­stab durch­ge­führt. Ein­fluss­fak­to­ren, wie bspw. Char­gie­rung oder Rüh­rung der Schmel­ze, wer­den dabei unter­sucht und die Anla­gen bilan­ziert. Für die effi­zi­en­te­re Nut­zung der Pyro­ly­se­ga­se wer­den Ver­bren­nungs­ver­su­che am Insti­tut für Indus­trie­ofen­bau durch­ge­führt. Pyro­ly­se­ga­se sind meist schwach­ka­lo­risch und haben, auf­grund des unbe­kann­ten Orga­nik­ge­halts der zu recy­celn­den Alu­mi­ni­um­schrot­te, eine zeit­lich schwan­ken­de Zusam­men­set­zung. Eine Rege­lungs­stra­te­gie wird ent­wi­ckelt, wel­che die Pyro­ly­se­ga­se sta­bil und effi­zi­ent verbrennt.
Letzt­lich soll eine opti­mier­te Pro­zess­kom­bi­na­ti­on für den Recy­cling-Pro­zess zu Buche ste­hen, wel­che den Alu­mi­ni­um­aus­trag maxi­miert und den Pri­mär­ener­gie­be­darf, vor allem durch Sub­sti­tu­ti­on von Erd­gas mit Pyro­ly­se­gas, minimiert.


Das For­schungs­vor­ha­ben mit dem För­der­kenn­zei­chen 03ET1671A wird vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Kli­ma­schutz auf­grund eines Beschlus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges gefördert.