Am 27. und 28. November nahm unser Kollege Nico Rademacher am Workshop „Digital Tools for the Metallurgical Industry“ in Bergamo teil. Ziel der Veranstaltung war es, mit dem Austausch von Wissen über die Anwendungen von KI, computergeschützter Simulation und Datenverarbeitung im Bereich der Metallurgie eine Plattform für Forschende und Anwender zu schaffen, um neueste Ergebnisse des digitalen Wandels zu diskutieren.
Die 80 Teilnehmenden hatten die Möglichkeit an interessanten Vorträgen zu verschiedenen Themen teilzunehmen. Der erste Tag der Veranstaltung fokussierte sich auf die Implementierung von Künstlicher Intelligenz in der Stahlindustrie mit dem Ziel der Optimierung von Prozessen und Endprodukten. Am zweiten Tag lag der Fokus auf der Prozessmodellierung durch Digital Twins und Simulationen, die sich auf die gesamte Metallbranche erstreckten.
Im Rahmen des abgeschlossenen Projekts HeatSteel präsentierte Nico in seinem Vortrag „Investigation of flatness defects during annealing: a combined approach using heat transfer measurements, thermal and mechanical simulations“ ein Modell zur Simulation von Ebenheitsabweichungen während der Wärmebehandlung von Stahlbändern. Dabei werden experimentelle Messungen des Wärmeübergangskoeffizienten eines Gasdüsensystems mit thermischen und mechanischen Simulationen kombiniert. Untersucht wird insbesondere der Einfluss der Schnellabkühlung von Stahlbändern auf die Entstehung von Ebenheitsfehlern. Ziel dieser Simulation ist es, den Einfluss der aktuellen Wärmebehandlung auf das Produkt besser zu verstehen und vorherzusagen. Das Modell stellt damit eine Grundlage zur Unterstützung von Anlagenbetreibern bei der Prozessoptimierung dar.

Ebenfalls von Interesse war der Vortrag “Forecast of deformation deriving from heat treatment” von Cristian Viscardi von Ecotre Valente. In seinem Modell wird die Wärmebehandlung einzelner Bauteile und deren Verformung anhand von Simulationen dargestellt, welche analoge Prozesse zu den Untersuchungen des IOB beinhaltete.
Ein zusätzliches Highlight des Events war das gemeinsame landestypische Abendessen am ersten Tag, welches gute Möglichkeiten für das Knüpfen von Kontakten bot.
Wir bedanken uns bei der Associazione Italiana di Metallurgia für die Organisation der gelungenen Veranstaltung und freuen uns darauf, die gewonnen Erkenntnisse in unsere Arbeit einfließen zu lassen.
