GREENLINE: Entwicklung effizienter Wärmebehandlungsstrategien zur Beschleunigung der Dekarbonisierung von Schmiede- und Gussverfahren
Horizon Europe, 01. Juni 2026 – 31. Mai 2029
Projektbeschreibung
Die europäische Metallindustrie steht vor der zentralen Herausforderung, ihren Energieverbrauch in der Produktion deutlich zu reduzieren – ohne Kompromisse bei der Qualität der gefertigten Bauteile einzugehen. Konventionelle Wärmebehandlungsverfahren, die für die Erzielung spezifischer mechanischer Eigenschaften unverzichtbar sind, tragen maßgeblich zum Gesamtenergiebedarf und zu prozessbedingten Emissionen bei. Zudem führt ihre Abhängigkeit von mit fossilen Brennstoffen betriebenen Öfen nicht nur zu höheren Betriebskosten, sondern auch zu einer wachsenden regulatorischen Belastung durch verschärfte Umweltvorschriften.
Innovationsansatz des Projekts: Das Konzept nutzt die thermische Energie der Bauteile nach dem Guss- oder Schmiedeprozess – und vermeidet so ein erneutes Aufheizen vor der Wärmebehandlung. Dazu kombiniert GREENLINE elektrische Heiztechnologien mit ultraschnellen Kühlsystemen, die eine präzise Steuerung der metallurgischen Umwandlungsprozesse ermöglichen. Das Ergebnis ist eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz sowie eine nachhaltigere Gestaltung industrieller Fertigungsprozesse.
Beitrag der RWTH
Die RWTH Aachen übernimmt im GREENLINE-Projekt die Leitung bei der Entwicklung des ultraschnellen Kühlsystems sowie dessen technischer Auslegung. Grundlage hierfür bilden mehrere spezifisch für den Projektkontext entwickelte numerische Simulationsmodelle, die die thermischen Prozesse während der Bauteil-Erstarrung, der ultra-schnellen Kühlphase und der anschließenden Wärmebehandlung realitätsnah abbilden.
Zusätzlich ist die RWTH für die abschließende Nachhaltigkeitsbewertung des Projekts verantwortlich. Dazu wird eine umfassende Lebenszyklusanalyse (LCA) durchgeführt, die sowohl den konventionellen Referenzprozess als auch den neuen GREENLINE-Prozess systematisch vergleicht.
Projektziele
Das GREENLINE-Projektkonsortium (Green Electrified Ultrafast In-Line Heat Treatment for Net-Zero Forging and Casting) entwickelt und validiert eine neue Generation von Inline-Wärmebehandlungsverfahren für Guss- und Schmiedeteile. Das Ziel ist:
- Reduktion des Energieverbrauchs der Wärmebehandlung um bis zu 40 %,
- Signifikante Senkung der CO₂-Emissionen,
- Verkürzung der Behandlungszeiten um bis zu 80 %,
- Erhaltung der geforderten metallurgischen Eigenschaften.
Weitere Informationen
Kontakt

Eva Wensing, M.Sc.
+49 241 80–29987

Kalyan Yarramsetty, M.Sc.
+49 241 80–28921

Felix Kaiser, M.Sc.
+49 241 80–25943

Jan Erik Menzler, M.Sc.
+49 241 80–25944
Förderung
Das Projekt wird von der Europäischen Union im Rahmen des Programms „Horizont Europa“ (HORIZON-CL4-INDUSTRY-2025–01-TWIN-TRANSITION-34) gemäß der Fördervereinbarung Nr. 101294375 finanziert.