TPT4CCUS: Poten­ti­al­ana­ly­se zum Ein­satz von CCU/CCS-Tech­no­lo­gien in der Ther­mo­pro­zess­tech­nik unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung des Ein­sat­zes rege­ne­ra­ti­ver Koh­len­stoff­trä­ger zur wei­te­ren Redu­zie­rung von CO2-Emis­sio­nen

Stu­die für die For­schungs­ge­mein­schaft Indus­trie­ofen­bau (FOGI) e.V., 1. Janu­ar 2025 bis 30. Novem­ber 2025

Projektbeschreibung

Trotz des Aus­baus erneu­er­ba­rer Ener­gien und brei­ter Bemü­hun­gen zur Defos­si­li­sie­rung in vie­len indus­tri­el­len Pro­zes­sen wird sich das Treib­haus­gas Koh­len­di­oxid (CO2) nicht voll­stän­dig ver­mei­den las­sen. Die Reduk­ti­on, Bin­dung, Spei­che­rung von CO2 sowie den Auf­bau einer effek­ti­ven CO2-Kreis­lauf­wirt­schaft, das sog. Car­bon Manage­ment, ist zu einem zen­tra­len The­ma für Gesell­schaft, Poli­tik und Indus­trie gewor­den. Der Welt­kli­ma­rat IPCC sieht Car­bon Manage­ment als not­wen­di­gen Schritt zur Errei­chung der Pari­ser Kli­ma­zie­le. Auch Bun­des­re­gie­rung und EU haben Plä­ne für Stra­te­gien vor­ge­legt. Dar­über hin­aus ist das The­ma in der stra­te­gi­schen For­schungs- und Inno­va­ti­ons­agen­da und damit per­spek­ti­visch in För­der­pro­gram­men wie Hori­zon Euro­pe verankert.

Der Maschi­nen- und Anla­gen­bau und ins­be­son­de­re Unter­neh­men aus dem Bereich Indus­trie­ofen­bau und Ther­mo­pro­zess­tech­nik sind davon in zwei Dimen­sio­nen betrof­fen: Zum einen als Lie­fe­rant und Lösungs­an­bie­ter für ener­gie­in­ten­si­ve Anla­gen bspw. für die Stahl- oder NE-Metall­in­dus­trie. Zum ande­ren als Tech­no­lo­gie­an­wen­der ener­gie­in­ten­si­ver Anla­gen in der eige­nen Fer­ti­gung. Es ist daher von zen­tra­ler Bedeu­tung, das Poten­ti­al der Ther­mo­pro­zess­tech­nik und des Indus­trie­ofen­baus vor dem Hin­ter­grund der Aus­ge­stal­tung einer natio­na­len, euro­päi­schen und inter­na­tio­na­len Car­bon Manage­ment Stra­te­gie zu ana­ly­sie­ren und quan­ti­ta­tiv zu bewer­ten. Ziel ist es dabei nicht, kon­ven­tio­nel­le fos­si­le Ther­mo­pro­zes­se lang­fris­tig wei­ter zu betrei­ben. Viel­mehr sol­len beim Ein­satz von rege­ne­ra­ti­ven Koh­len­stoff-trä­gern eine CO2 Erfas­sung und Ver­mark­tung für bspw. che­mi­sche Pro­zes­se neue nach-hal­ti­ge Pro­zess­ket­ten im Sin­ne der Kreis­lauf­wirt­schaft eta­bliert wer­den. Dar­über hin­aus soll die Ver­bren­nung weit­ge­hend ohne Schad­stoff­emis­sio­nen erfolgen.

Projektziele

Im Rah­men die­ser Stu­die wur­de eine Tech­no­lo­gie­ana­ly­se von Car­bon Cap­tu­re Metho­den durch­ge­führt, und deren Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten für bei­spiel­haf­te Pro­zes­se aus der Ther­mo­pro­zess­tech­nik unter­sucht. Im Fokus stand die Bewer­tung der Ener­gie- und Res­sour­cen­ef­fi­zi­enz mit­tels Mas­sen- und Ener­gie­bi­lan­zen, die öko­lo­gi­sche Bewer­tung und die Aus­wir­kun­gen auf die Wirt­schaft­lich­keit der Pro­zess- und Anlagen­tech­nik. Die Ana­ly­se erfolg­te quan­ti­ta­tiv anhand von aus­ge­wähl­ten Fall­bei­spie­len, wel­che zusam­men mit einem pro­jekt­be­glei­ten­den Aus­schuss erar­bei­tet wur­den. Für die Ein­ord­nung erfolg­te zusätz­li­che eine Ana­ly­se der poli­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen. Die Ergeb­nis­se wur­den eben­falls im Ver­gleich zu wei­te­ren Stra­te­gien zur CO2-neu­tra­len Pro­zess­wär­me­er­zeu­gung (Elek­tri­fi­zie­rung, Was­ser­stoff) ein­ge­ord­net und bil­den die Grund­la­ge für die Ablei­tung von Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für Unter­neh­men aus Indus­trie­ofen­bau und Thermoprozesstechnik.

In der Stu­die konn­ten die vier CO2‑Abschei­de­tech­ni­ken Oxy­fuel, Post‑Combustion mit Amin­wä­sche, Carbonat‑Looping und Pre‑Combustion (Bio­was­ser­stoff) nach ihren Aus­wir­kun­gen auf die Ther­mo­pro­zess­an­la­ge, dem zusätz­li­chen Ausrüstungs‑ und Ener­gie­be­darf, dem Erfah­rungs­stand sowie dem wei­te­ren For­schungs­be­darf ein­ge­ord­net wer­den. Ins­ge­samt zei­gen alle Kon­zep­te ein erheb­li­ches Energie‑ und Inves­ti­ti­ons­po­ten­zi­al, wobei die Inte­gra­ti­on von Pro­zess­ab­wär­me und demons­tra­tor­ba­sier­te Stu­di­en als zen­tra­le nächs­te Schrit­te iden­ti­fi­ziert wurden.

Projektpartner

Ansprechpartner

Katha­ri­na Roth­höft, M.Sc.

+49 241 80–29541

Felix Kai­ser, M.Sc.

+49 241 80–25943

Förderung

Die­se Stu­die wur­de aus den Eigen­mit­teln der For­schungs­ge­mein­schaft Indus­trie­ofen­bau (FOGI) e.V. finan­ziert.