HyperTherm: Entwicklung eines elektrischen Hochleistungsprozessgaserhitzer als Retrofitlösung für Thermoprozessanlagen
Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), 1. November 2025 bis 31. Oktober 2027
Projektbeschreibung
Thermoprozessanlagen wurden aus wirtschaftlichen Gründen in der Vergangenheit überwiegend mit fossilen Brennstoffen, vor allem Erdgas, direkt oder indirekt beheizt. Bei diesem Prozess werden CO2 und andere klimaschädliche Gase in die Atmosphäre ausgestoßen. Hinsichtlich einer geplanten Einsparung von 55% der Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 im Vergleich zu 1990 ist die Umrüstung solcher gasbeheizter Wärmebehandlungsanlagen auf alternative Beheizungsmethoden mittelfristig unumgänglich. Eine naheliegende Lösung zur Einsparung von CO2-Emissionen stellt die elektrische Beheizung dar, welche im Betrieb keine Scope 1‑Emissionen verursacht. Wenn die langfristigen Ziele der erneuerbaren Energiebereitstellung der elektrischen Energiewirtschaft erreicht werden, so nähern sich auch die CO2-Emissionen in Scope 2 einem Wert von 0 gCO2/kWh an.
Die Bereitstellung von Prozesswärme ist für rund 25% der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Die genannten Emissionen teilen sich dabei zu ca. 17% in den Bereich industrieller Verbrennung und zu ca. 8% in den Bereich industrieller Prozesse auf. Zur Einhaltung der in Deutschland definierten Klimaziele, ist eine Reduzierung der CO2-Emissionen erforderlich. Die genannten Zahlen belegen, dass die Thermoprozessindustrie einen relevanten Beitrag zu den weltweiten CO2-Emissionen leistet. Die Emissionsziele im Rahmen der Energiewende stellen für diesen Sektor eine große Herausforderung dar.
Die Erzeugung CO2-neutraler Prozesswärme kann sowohl mittels Nutzung elektrischer Beheizungstechnologien als auch mittels Verbrennung regenerativ erzeugter Brennstoffe erfolgen. Zur Erreichung einer klimaneutralen Prozesswärme wird vorausgesetzt, dass die notwendige elektrische Energie – auch für die Erzeugung der Brennstoffe — aus regenerativen Quellen stammt. Der Hauptfokus bisheriger Forschungsarbeiten hinsichtlich der CO2-Emissionsreduzierung liegt auf der Nutzung kohlenstofffreier Brennstoffe als Energieträger und der direkten Elektrifizierung des Anlagenparks.
Ziel des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens als Kooperationsprojekt der Firma HyperHeat GmbH und des Instituts für Industrieofenbau und Wärmetechnik der RWTH Aachen ist die Entwicklung eines neuartigen elektrischen Hochleistungsprozessgaserhitzer als Retrofitlösung für die Elektrifizierung von Thermoprozessanlagen. Dieser bietet die Möglichkeit, vorhandene Brennertechnik im direkten Austausch zu ersetzen, ohne große Modifikationen an der Anlage oder dem Prozess durchführen zu müssen. Die Elektrifizierung der Prozesse bietet die Möglichkeit, den Ausstoß der Scope 1‑Emissionen komplett zu vermeiden. Durch den Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energien reduzieren sich zudem die Scope 2‑Emissionen in Scope 2.
Sollen im Retrofit die Brenner ersetzt werden, muss ein der Verbrennung entsprechender Gasstrom bereitgestellt werden. Dies gelingt nur mit Gasaustrittstemperaturen aus dem Prozessgaserhitzer nahe der adiabaten Flammentemperatur der im Stand der Technik vorherrschenden Verbrennung. Die adiabate Flammentemperatur einer Verbrennung Erdgas-Luft (Luftzahl λ = 1,1; Kaltlufteinsatz) beträgt 1950 °C. Bei diesen Temperaturen ist der Einsatz keramischer Heizelemente notwendig. Der von der Firma HyperHeat GmbH entwickelte und patentierte Prozessgaserhitzer arbeitet im Gegensatz zu den Konkurrenzprodukten mit oxidkeramischen Heizelementen, weswegen Prozessgastemperaturen im notwendigen Temperaturbereich möglich sind.
Projektziele
- Entwicklung eines Konzeptes für den Einsatz des elektrischen Hochleistungsprozessgaserhitzers
- Experimentelle Untersuchung des elektrischen Hochleistungsprozessgaserhitzers im Technikumsmaßstab
- Numerische Untersuchung des elektrischen Hochleistungsprozessgaserhitzers
- Übertragung der Ergebnisse auf eine industrielle Anlage und Skalierung auf Basis der numerischen und experimentellen Untersuchungen
- Technische, ökonomische und ökologische Bewertung des integrierten Hochleistungsprozessgaserhitzers
Projektpartner
Kontakt

Katharina Rothhöft, M.Sc.
+49 241 80-29541

Luis Schrade, M.Sc.
+49 241 80-25925

Felix Kaiser, M.Sc.
+49 241 80-25943

Jan Erik Menzler, M.Sc.
+49 241 80–25944
Förderung
Dieses Projekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) unter dem Förderprogramm „ZIM – Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand“ mit dem Kennzeichen 16KN121601 finanziert.